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Der Besuch
Besuch für ein paar Tage: Rics Bruder.
Beginnend ab Mittwoch verbrachten wir mit dem Elfjährigen einige Ferientage, einzig von dem allzu herbstlichen Wetter getrübt.
Dennoch konnte unser junger Gast einen Eindruck von der Landeshauptstadt gewinnen. Ein Spaziergang durch Altstadt und ein kurzer Blick auf den aufgewühlten Maschsee, ein Besuch im Historisches Museum ( Stadtbilder. Hannover 1870-1900) und ein Ausflug in den Zoo sollten für jenen Eindruck Sorge tragen.
Die frühen Abende verbrachten wir mit einigen Partien Carcasonne , als auch mit einer Schlacht im heimischen freeciv-Netz.
Es war, als lebten wir ein anders Leben: Onkel und Onkel sein. Vier Tage lang.
Care-Paket
Hude
Weihnachten 2008 – ein besonders erinnerungswürdiges Fest, denn ich verbrachte es bei Rics Familie in Hude.
Besonders auch deshalb, weil es mein erstes familiäres Weihnachten sein sollte – inklusive Bescherung. Eine Erfahrung die ich in meiner religiös motivierten Kindheit verwehrt blieb.
Während ich am Heiligabend bei der Bescherung Ric mit einem ganz besonderem Geschenk zu überraschen versuchte, genoss ich auch das in der Luft liegende Gefühl: den Zauber eines Familienfestes.
Am ersten Weihnachtsfeiertag folgte ein Spaziergang in Bremerhaven, sah mir abends die Fotografien aus Rics Kindheitstagen an. Dabei genoss ich die Begeisterung, die in der Erzählung von Familiengeschichten lag.
Tags darauf folgte ein Ausflug in Bremen Vegesack, welcher uns über eine Fähre in einige verwinkelte Gassen führte, die entfernte Erinnerung an englische Vorstädte zu wecken vermochten. Obwohl die Sonne über ein stählernes Himmelsblau strahlte war es kalt an jenem Tag. Ich hatte meine Mütze vergessen.
Der Kälte trotzten zahlreiche Spaziergänger, die offenbar die reichhaltige Weihnachtskost zu verdauen suchten. Rics Bruder stellte mir zahlreiche Fragen, nach Antworten sehnend.
Schöne Weihnachten und der Zauber des ersten Mals – in der Tat.
Nahrung
Bücher zählen zu den vertrautesten Begleitern seit meiner Kindheit. Insofern ist es kaum verwunderlich, dass ich zu Weihnachten mit meinem großen Schwung Bücher beschenkt wurde.

Die Wohlgesinnten
Jonathan Littell,
übersetzt von Hainer Kober,
Berlin Verlag 2008,

In aller Vertrautheit
David Foster Wallance,
übersetzt von Ulrich Blumenbach und Marcus Ingendaay,
Rowohlt Hamburg 2008

Wer bin ich und wann ja, wie viele?
Richard David Precht,
Goldmann München 2008.

Ein perfekter Kellner,
Alain Calude Sulzer,
Surkamp Taschenbuch Verlag, 2006
Vielen Dank für diese schönen Geschenke, auf deren Lektüre ich mich schon sehr freue.
Post-Karten
Eine Auswahl aus den Karten, mit denen ich dieses Jahr Frohe Weihnacht wünsche. Liebevoll in Kooperation mit Ric erstellt.

Glückwunsche
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Mein Bruder hat heute Geburtstag. Ich wünsche ihn auch von dieser stelle aus ein schönes neues Lebensjahr.
Fasse weiterhin so mutig Fuß in deinem neuen Leben! Ich bin stolz auf dich.
Happy Brithday!
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Dankeschön
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Mein Bruder hat mir “zum Schulanfang” keine kleines Büchlein geschickt:
Morgen werde ich die erste Seite aufschlagen und darin lesen.
Vielen Dank. Habe mich sehr gefreut.
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Dioskuren
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Gespräche mit meinen Bruder sind mir etwas besonders.
Es ist die Art von Zugang, als ein Zeichen besonderer Verbindung, die in Gesprächen Form und Raum gewinnen und von einer solchen Dichte sind, wie nur mit wenigen geteilt.
Am Freitag besuchte er mich, war aus München angereist, hatte kilometerweite Staus hinter sich gebracht.
Ein Abend der Ausklang in Diskussionen über Emergenz, Evolution, Anthropologie, Philosophie und Atheismus fand. Heute betrachtet sich Nick als einen der Brigths, lebt Entdeckungen, entdeckt das Leben.
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Kamerardschaft
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In einer mir vertrauten Dynamik vollzieht sich der Wandel im Leben meines Bruders.
Nachdem auch er jene Gestade verließ, die unsere beiden Geister stets, wie wir heute wissen, in einer gewissen Stase verharren lies, scheint er nun die Schwelle ungeahnter Möglichkeit im Zuwachs von Wissen und Erfahrung in der Weise eines Pioniers, eines Forschers zu überschreiten.
Mezzo, am vergangen Montag Abend. Wir beide in der Reflexion jüngster Ereignisse, im geseitigten voneinader berichten vertieft, uns der gemeinsamen Vertrautheit erinnernd, bei einem Gläschen Wein unter geschäftig wirkenden Gästen und Kellern.
Eine besondere Verbindung, zwischen uns. Und die Freude zu jener Kameradschaft alter Zeit zurückzufinden, gleich welche Distanzen in Kurzzeitigkeiten existiert haben mögen.
Seine Augen leuchteten, als er von künftigen Plänen und Träumen berichtete und ich erkannte: wie wertvoll seine Sichtweise unserer beider Vergangenheit.
Das Bild, welches wir als letztes betrachten, als ich die letzten Reste eines Mojito aufsog, wie ein Spiegel unser beider Zuwendung zu den tiefen Gedanken früher nie gekannter Liberalität.
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