Archiv für November 2009
Genesung
Quelle: Wikipedia > Influenza-A-Virus H1N1
Am vergangenen Mittwoch stellte ich um 5 Uhr morgens mäßig hohes Fieber bei mir Fest und suchte anstelle der letzten Vorabitur-Klausur in Politik meinen Hausarzt auf.
Mangels Tests konnte er nicht sagen, ob eine Erkankung an der Schweinegrippe vorlag oder aber nicht.
Einen Tag später begann auch Ric die Symptome der Krankheit am eigenen Laib zu spüren.
Die versprochene Impfung, die ab Dezember für weite Bevölkerungsteile verfügbar sein soll, dürfte für uns zu spät kommen.
Mittlerweile bin ich wieder auf dem Weg der Besserung.
Efterklang: Live im Ballhof Eins
Gestern gastierte die dänische Band Efterklang im Ballhof Eins.
Ric, eine gemeinsame Freundin und ich genossen den »orchestralem Pop« (indiepedia) der Dänen, der in seiner ergreifend, energiereichen Form sich in einem Klanggebilde aus heiterer Schwermut zeigte und es uns zeitweise schwer machte uns nicht von unserem Sitzplätzen zu erheben, zu tanzen.
Letzlich konnten weder wir, noch einige andere Zuhörer an uns halten und folgten der Aufforderung des charismatischen Sängers Casper Clausen bereitwillig, um unmittelbar vor den Instrumenten der sechsköpfigen Gruppe zu tanzen, während jene den letzten Song ihrer Zugabe spielten.
Tatsächlich erlaubte die eher konzertoritentierte Aufführung, der unter dem Namen Ballklang einen treffenden Namen gegeben war, ein aufmerksames Beobachten und ein intensives Hörerlebnis, dessen Klangwelt mich von erster Minute an fort zu tragen wusste.
Infolgedessen hinterlässt mich dieser Abend in einem Zwiespalt, denn Bewegungsfreiheit wäre angesichts der emmotialen Intensität, welche die Musik transportiere durchaus auch wünschenswert gewesen.
Mads Brauer, Caspar Clausen und Rasmus Stolberg wuchsen auf der Insel Als auf und zogen im Jahr 2000 nach Kopenhagen,wo sie noch in jenem Jahr ihre Band gründeten. Zwei Alben folgten in den Jahren 2004 und 2007. Ein weiteres, wie Sänger Clausen gestern verlauten ließ, soll im kommenden Jahr erhältlich sein und Magic Chairs lauten.
Wir hatten gestern das Vergnügen zahlreiche neue Songs zu hören, die auf Magic Chairs enthalten sein werden. I Was Playing Drums und Mirror, Mirror sind mir neben Full Moon nachhaltig in Erinnerung geblieben.
Ferner hatte die Band die Ehre mit dem The Danish National Chamber Orchestra dem gemeinsamen Projekt Performing Parades neuen Klang und Raum zu verliehen. Mike Driver, Musikjournalist des BBC, urteilte knapp: »Prepare to be left breathless«. Der Song Cutting Ice To Snow, der auch gestern zu hören war, klingt unter Mitwirkung des Orchesters wie folgt:
Regisseur Jeremiah Zagar widmete dem Song einen farbenfrohen Videoclip, der auf Vimeo einsehbar ist:
Efterklang - Cutting Ice to Snow on vimeo
Das WebTV-Magazin wenn’s rockt! hält neben einen Interview mit Caspar und Federik auch einen Mittschnitt des Auftritts in Leipzig bereit, der einen Eindruck der Wirkung der Auftritte Efterklangs vermittelt.
Anders als die Spekatakel einer alten Hutschachtel so manch anderer vermeintlicher Ikonen des Pop-Geschäfts, wissen allein die Musik und das Spiel von sechs Künstlern eine kleine Gruppe von Zuhören zu berühren.
Efterklang befindet sich derzeit noch auf Tour durch Deutschland. Heute Abend treten die Däne in Osanabrück auf.
Bologna strauchelt

Ric war bei der zentralen Kundgebung der Proteste in Hannover.
Gescheiterte Reformen erscheinen, rückblickend betrachtet, wie ein langer Gang durch ein nie endendes Mausoleum vor dem geschlossenen Auge all derer zu eröffnen, der eben diesen Rückblick zu unternehmen wagt.
In Gesundheitsfragen glaubt die derzeitige Regierung die entscheidene Antwort zu kennen: Alles wird neu und unglaublich effizient. Doch das Bildungssystem, das nicht nur in seiner Aufgabe der Integration der Immigranten gescheitert ist, verkümmert kläglich; Bildung degeneriert zusehens zu einer hohlen allparteilichen Wahlkampfphrase.
Der vielgescholtende Bologna-Prozess klang zunächst vielversprechend. Für die Studierenden sollte er sein.
Internationalität, Effienz, Reduktion: All jene schillerenden Worthülsen der Marketing- und Managerwelt priesen diese Reform an, als handle sich um ein ominöses Finanzprodukt: Bildung als „Investment-Banking“. Allerdings sei angemerkt: Antreibende Ideen jenes Reformpapiers waren zunächst nicht von einer solchen Handschrift geprägt.
In der Anwendung sahen jener heeren Initiative die Umsetzungsgehilfen einen Generalschlüssel gegeben, der fortan auf allen Studiengänge anzuwenden sei. Diverstität habe schließlich in einem Rationalisierungsprozess eher kontraproduktiven Charakter.
Doch ohne die Differenzierung zwischen Bildung und Ausbildung vorzunehmen, minderte, wie viele Stundenten berichten, die Kompression der Studienzeit bei gleichbleibenden zu bewältigtendem Inhalt die Qualität des Studium, insbesondere in kreativen und geisteswissenschaftlichen Disziplinen erheblich. Tatsächlich wird hier die Fatalität des Irrtums in der vermeintlich verheiungsvollen Generalität der Rationalisierung ersichtlicht.
Wer meint ein eher ausbildungsorientiers ingenieur- oder wirtschaftslastiges Studium könne mit einem kreativitätsoritentierten oder geistswissenschaftlichen Studium gleichermaßen organisiert werden, der wird einer eigentlich unterschliedlichen Gewichtungen aller Studiengänge nicht gerecht.
Der Generalverdacht, die Studierden seinen aus Zimperlichkeit und Vergnügungssucht oder aufgrund eigener fragwürdigen Lernstrategie nicht in der Lange den mantramäßig beschworenen, allein leistungsorientierten Anforderungen gerecht, stellt sich vor dem Hintergrund einer kollektiven Produktivitätssteigerung nicht den Tatsachen, denn die Beschwerdeführer sind meist Studenten der nicht ausbildungsoritentieren Fakultäten.
Hohe Hürden, wie der berüchtigte Nummerus clasusus, führten fernen zu einer Landflucht der Studierenden nach Österreich, so dass deren Auditorien überflutet wurden. In Österreich entwickelt sich aus dieser Landflucht ein Funke, der die Studenten Hörsääle besetzten lies und diese ihre Forderungen auszusprechen begannen. (#unsereuni bei Twitter).
Allmählich erreicht die Protestewelle nun auch Deutschland, in dem sich seit dem Bildungsgipfel im Sommer an der Misere nichts veränderte.
Anstelle dessen: vollmundige Versprechen auf höre BAföG-Sätze und der Verweis auf fragwürdige zu schaffende Stipendiensysteme, welche weiterhin Elitenförderung (nicht einmal Elitenbildung) betreiben. Die Bildungsmisterin benennt die Länder, diese wiederum die Universitäten die ihrerseits Schuld und Verantwortung dem Bund zuschreiben.
Was bleibt? Eine Generation Studierender, auf die nicht nur eine große Anzahl künftiger Praktiumsplätze wartet, sondern die auch noch Teil eines Experiments gescheiterter Bürokratien und fragwürdiger Politik gehört. Eine Generation Studierwilliger, deren Eltern noch sie selbst in der Lage waren Studiengebühren zu zahlen und die deshalb vor diesen auf der Flucht von Bildungsinstanz zu Bildungsinstanz wandern?
Die Zukunft: Studium und Abitur generell im Eiltempo, damit ein fragwürdiger Arbeitsmarkt möglichst lange auf einen Pool von Humankapital zurückgreifen kann, dass sein Haltbarkeitsdatum von unter fünfzig Lebensjahren noch nicht unterschritten hat?
Die Frage ist: Bereitet eine derartige Umsetzung einer in Ansätzen guten Idee die künftige europäische Bevölkerung auf eine Wissensgesellschaft vor?
Philliph
Am vergangen Montagabend erblickte mein Neffe Phillip das Licht der Welt.

KeePass
Angesichts zunehmender Einbrüche in sozialen Netzwerken oder E-Mail-Konten setze ich nun den freien Passwort-Safe KeePass ein.
KeePass erfodert die Installation des aktuellen .NET-Framework oder Mono.
Vermutlich gäbe es bessere Möglichkeiten, die eigenen Geheimnisse zu sicher, doch die kleine aber feine Anwendung erleichterert es mir vergleichsweise starke Passwörter regelmäßig zu ändern.
Einzig der Verlust der Datenbank stellte ein Sicherheitsproblem dar und müsste die die Wiederherstellung der Passwörter, bei allen Netzdiensten erforderlich machen.
Backups sind daher unumgänglich.
Vorabitur
Die Klausuren unter Abiturbedingungen stehen nunmehr unmittelbar bevor.
Beginnend mit Englisch werde ich am morgigen den gesamten Vormittag lang — sechs Schulstunden im üblichen 45-Minuten-Takt — eine Klausur im Fach Englisch schreiben, welche auch mit einem Semesterübergriff aufwarten kann.
Vergleichbares gilt für den Mittwoch, an welchen ich eine gleichlange Klausur im Fach Deutsch schreibe.
Dahingegen ist die Klausur im Fach Biologie am kommenden Freitag mit vier Schulstunden vergleichsweise kurz.
Am darauf folgenden Mittwoch schreibe ich dann nocheinmal sech Stunden Politik.
If These Trees Could Talk
Die US-amerikanische Band If These Trees Could Talk, abgekürtzt ITTCT, stammt aus dem Bundestaat Ohio.
Die fünf Musiker schreiben ausschließlich instrumentalen Post-Rock, welcher einer gewissen Melancholie nicht entbehren kann, allerdings nicht auf dem schmalen Gerade des Schmerzes wandert, wie dies bei einigen anderen Bands des Genres der Fall ist.
Das Debüt If These Trees Could Talk wurde im Jahr 2006 veröffentlicht, welches beliebte Stücke wie Malabar Front und Signal Tree enthält. Malabar Front war in den Videospiel Infamous zu hören.
Das Label Mylene Sheath, bei welchen die Band usprünglich unter Vertrag stand, beschreibt sie wie folgt:
»We’d like to consider them the soundtrack to those beautiful, freezing winter days that only come after a full night of mixed rain and snow. Tree branches and power lines completely swallowed in ice.«
Außerdem kann über den Server des Labels noch immer Malabar Front heruntergeladen werden:
In diesem Jahr erschien die Studioaufnahme Above the Earth, above the Sky, welches wie der Vorgänger ohne einen Vertrag mit einem Label veröffentlicht wurde. Das aktuelle Album enthält zehn Stücke wie Above the Earth, Below the Sky und Rebuilding the Temple of Artemis enthält.
Dem Stück Thirty-Six Silos wurde mittlerweile ein Videoclip gewidmet.
Wellenreiter
Die erste Welle der Real-Time Web Anwendungen, um eine weitere leere Worthülse zu bemühen, tauchte unlängst von Horizont auf.
Als kürzlich Google die Bereitstellung ihres neuen Dienstes Google Wave gekannt gab, wurde offensichtlich, dass der immer größer werdende Informationsvermittler in dieser neuen Entwicklung offenbar durchaus Potential zu erkennen glaubt.
Während das Netz 2.0 seine Nutzer durch seine ständigen Expansion der Komplexität in einem Labyrinth von E-Mails, Tweets, Blogs, Feeds und Community-Nachrichten zurück lässt, buhlt nun jene offenbar als Konkurrenz zu Facebook entwickelte Plattform um die Gunst der Netznutzer, besticht dabei durch seine Vision einer chymischen Hochzeit verschiedener Dienste und findet, wenig verwunderlich, seine ersten Evangelisten.
In humorvollerweise zeigt der Artikel „Google Wave’s Best Use Cases“ (lifehacker.com), von denen ich insbesondere bei dem Ansatz Creative Pursuits: Collaborative Storytelling durchaus aufhorchte; offenbar bin ich nicht der einzige (via @literaturcafe), welchen derartige Ideen haben hellhörig werden lassen.
Seit gestern bin ich selbst Wellenreiter, freue mich auf neue Kontakte.
Einer Vision einer Chance geben, vielleicht.
…in quā semper flagitita meretricum lenonumque versantur?
Gleich einem Gewitter ist die lange erwartete Latein-Klausur gestern vorüber gezogen.
Dank einer intensiven Vorbereitung, beginnend in den Herbstferien, war ich in der Lage den Auszug aus den Reden gegen Verres übersetzen, kann allerdings keinerlei Einschätzung die Qualität dieser Übersetzung betreffend vornehmen.
Neben einer disziplinierten Lernplanung war mir die Wiederholung einzelner grammatischer Aspekte Dank eines kleinen, aber wertvollen Buches möglich, welches neben einigen nützlichen Tips, vor allem einen gut strukturierten Überblick jener komplexen Satzkonstruktionen erlaubte.
Dies kann von dem in der Schule üblichen Cursus Brevis Reihe leider in keinster Weise behautpet werden, obwohl sich deren Verfasser offensichtlich sehr bemüht waren.
Alles in allem wird Latein seine ihm eigene Lernintensität weiterhin einfordern.
Die Hoffnung meine durchaus ausgeprägten Unsicherheit im Umgang mit dieser Sprache durch ein tiefes Verständnis zu überwinden, hege ich weiterhin in kontinuierlicher Disziplin.
Auf diese Weise kann ich mich Anfang Mai vielleicht sogar ein wenig gelassener mündlich prüfen lassen.
Jubiläum des Mauerfalls
Wer gestern im öffentlich-rechtlichem Fernsehen die Feierlichkeiten den vor zwanzig Jahren statt findenden Mauerfall betreffend mit verfolgte, der traute seinen Augen kaum. Zwischen teils bewegenden Worten von Zeitzeugen und Politikern, traten seltsame Bands auf, welche der (vielleicht ist es dem Moderator geschuldet) Feier zuweilen einen merkwürdigen Beigeschmack einer gewissen Unterhaltungssendung gaben.
Während Markus und R|ob auf ihre Weise an den Mauerfall gedachten, erinnerte ich mich gestern an die Zeit danach. Ich war noch nicht zehn Jahre alt, als ich die feiernden Massen in der Tagesschau betrachtete und nicht erahnen konnte, was wirklich gesehen war. Dann: diese im meiner allgäuerischen Provinzstadt vorherrschende Skepsis als die ersten ehemaligen DDR-Bürger in die Stadt zogen. Kritisch beäugt fügte sich ein Schüler aus Magdeburg in unsere Klassengemeinschaft ein.
Heute, nachdem ich der allgäuerischen Provinz und dieser teils xenophobischen Enge entkommen bin, freue ich mich sehr darüber, dass ich nicht wenige aus Leipzig, Dresden, Madgeburg und den umliegenden Landen kennen lernen durfte.
Heute lebe ich an der Seite eines ehemaligen Jungpioniers.














