Mythopoeia 2.0

The Making Of Myth

Die Wohlgesinnten – Toccata

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In Heimsuchungen  des Nachts in Gestalt von Alpträumen begegneten mir die  Erinnerung an meine gegenwärtige  Lektüre des Werks von Jonathan Littels Die Wohlgesinnten.

Aus diesem Grund werde ich an dieser Stelle meine Gedanken in Form von kurzen Notizen zu den einzelnen Kapitel festhalten.

Das erste Kapitel Toccata hat selbstverständlich die Aufgabe der Exposition, die mit dem vielzitierten Satz beginnt:

»Ihr Menschenbrüder lasst euch erzählen, wie es einst gewesen ist.«

Der Leser erfährt von dem Erzähler Dr. Max Aue, der in Ich-Form von seinen Verbrechen als SS-Offizier berichtet und in höhnischen, unangenehm nüchternen Worten Statistiken aufrechnet. Tatsächlich wird der Vater von Zwillingen von psychosomatischen Beschwerden gequält, deren Ursache er — Blut klebt an seinen Händenunterdrückt.

Bereits im Kapitel wird die fatale Chimäre in der Anlage dieser Roman-Figur ersichtlich: Aue ist tr0tz seiner offensichtlichen Intellektualität und von der grausamen und menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus verfallen und davon überzeugt:

»Ich bereue nichts, ich habe meine Arbeit getan. Das ist alles

Das Kapitel endet mit dem beklemmenden Gedankenspiel des Erzählers, dass jeder ein potentieller Täter sein könnte und schließt mit den Worten:  „Ich bin genau wie ihr!“

Geschrieben von Tobias

10. Mai 2009 um 21:31

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