Archiv für Dezember 2008
Guten Rutsch und Frohes Neues Jahr
Allen Lesern wünsche ich einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr – trotz Wirtschaftskrise.
Aktuelle und kommende Literaturverflimungen
Erstaunlich viele Literaturverfilmungen, die in der kommenden Zeit oder gegenwärtig anlaufen.
Brudenbooks
Kritiker und sogar die Schauspielerin Jessica Schwarz kritisieren allerdings die Verfilmung des Klassikers von Thomas Mann. Der Ha.usmeister und ich diskutierten heute darüber.
Effi Briest
Anders als die Brudenbooks macht der Trailer von des Klassiker von Fontane einen guten Eindruck.
The Curious Case of Benjamin Button
Garantieren David Fincher, Blancett und Brad Pitt für eine gute Verfilmung der Novelle von F. Scott Fitzgerald? Wir werden sehen.
Der Junge im gestreiften Pyjama
Eine Kinderbuchverfilmung?
Reflexion
In wenigen Tagen endet das Jahr 2008, welches rückblickend betrachtet für mich sehr bewegend war, denn es ist das Jahr der ersten echten Liebe. Liebe, die bis zum heutigen Tag gedeiht.
Frühjahr
Nach über zehn Jahren hielt ich wieder ein Zwischenzeugnis in meinen Händen. Die erste Hälfte der elften Klasse lag hinter mir, dem Ziel Abitur ein Stück näher.
Ric, den ich gerade einige Wochen kannte, knüpfte mit mir eine immer stärker werdende Beziehung.
Mein erster Einsatz im Rahmen der Schul-AG sollte mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Zusammen mit meinen Bruder besuchte ich Ostern meine Familie, die ich seit langer Zeit nicht gesehen hatte.
Anfang Mai verbrachte ich zwei Tage in Berlin um ein Versprechen einzulösen, dass ich einem Freund gegeben hatte. Auch diesmal verpasste ich Gelegenheit dort eine alte Freundin zu treffen.
Und im Mai fand schließlich die Premiere des Films Herzrasen2 statt, für den sogar mein Bruder und Coco aus München angereist waren.
Sommer
Den Sommer 2008 musste ich auf Ric verzichten. Im Juni verreiste er in die Schweiz, eines Nebenjobs wegen. Nach einer einwöchigen Pause begann er ein zweimonatiges Praktikum in Paris. Die daraus resultierende Distanz suchten wir mit der Hilfe von Skype zu überbrücken.
Außerdem reiste ich im Juni zusammen mit Diana und ihrem Mitbewohner nach Scheeßel um drei Tage auf dem Hurricane Festival zu verbringen. The Chemical Brothers waren mein Höhepunkt des ersten Tages, The Foofighters der des zweiten Tages. Das Line-Up des dritten Tages bot mit Sigur Rós, The Notwist und selbstverständlich mit Radiohead für mein Geschmack am meisten. Aus heutiger Perspektive bedauere ich, dass keinerlei Fotografien von dem Festival existieren.
Die Sommerferien verflogen trotz der Abwesenheit von Ric unglaublich schnell, da ich sehr viel Zeit in meinen Nebenjob investierte – als kehrte ich einstweilen in mein altes Leben zurück.
Im August besuchte mich mein Bruder, der mit mir einen eintägigen Ausflug nach Berlin machte.
Gegen Ende des Sommers kehrte Ric zurück, endlich.
Herbst
Anfang September musste dieses Blog umziehen. Mythopoeia wurde zu Mthyopoeia 2.0. Dieser Zwangsumzug führte leider auch die Modifikationen ad absurdum, die ich noch im August angestrengt hatte um die Performance zu verbessern und Probleme mit gängigen FeedReader auszumerken.
Das neue Schuljahr, der Eintritt in die Oberstufe, begann und ich musste mich an zahlreiche neue Lehrer und Kurskameraden gewöhnen. Anfänglich fiel mir das vor allem in dem Niveaufach Deutsch schwer.
Die Gewöhnungsphase dauerte länger als gedacht, denn das Niveau verlangte deutlich mehr Einsatz als in der E-Phase, so dass ich die Balance zwischen Nebenjob, Schule und Freizeit erst finden musste.
Die frei verfügbare Zeit wurde in der heißen Klausurenphase – nach den Herbstferien- , die vier Wochen umfasste und vor allem wegen dem knapp bemessenen Semester extrem komprimiert war, noch mehr verringert.
Anschließend fertigte ich meine Facharbeit mit dem Thema Aufbruch in die Moderne Literatur an.
Winter
Als Abgabetermin der Facharbeit war der 05. Dezember festgelegt. Bis zu diesem Tag stand ich noch unter hohen Arbeitsdruck. Allerdings war der Tag der Abgabe umso entspannender.
Meinen 29. Geburtstag „feierte“ ich 2008 nur in einem sehr kleinen Kreis.
Am Tag vor den Weihnachtsferien endet das erste Semester der Oberstufe mit der Ausgabe des Zwischenzeugnisses.
Mit dem erste Weihachtsfest im Kreise einer Familie neigte sich das Jahr 2008 dem Ende entgegen.
Filme
Ein Jahr, in dem ich zahlreich bewegende Filme entdeckte. Verpasst habe ich leider Otto; Or Up with Death People, den ich unbedingt sehen wollte.
Ich habe versucht in einer Liste von zehn Filmen, die für mich bewegend erschienen zusammen zustellen. Wahrlich kein leichtes Unterfangen.
- Walz With Bashir
- Requiem For A Dream
- Into The Wild
- Once
- XXY
- The Fountain
- Mystic River
- Control
- Das weisse Rauschen
- Requiem
Literatur
Während ich im weiterhin Proust las, gewann ich 2008 einen ersten Eindruck von Nabokov und Borges. Die Lektüre von House of Leaves beeindruckte mich nachhaltig, während ich Dank Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst einige für mich persönlich wichtige Erkenntnisse gewann. Auffällig ist die hohe Anzahl von Dramen: Pflichtlektüre für das Kolleg.
Der Suizid des Schriftstellers David Foster Wallence bewegte mich sehr.
Achtzehn Bücher habe ich im Laufe des Jahres gelesen:
- Das Haus – House of Leave
- Emilia Gallotti
- Das weiße Haus. Das graue Haus.
- Fahles Feuer (ausschließlich Marginalien)
- Ansichten eines Clowns
- Homo faber
- The war between the classes
- No one belongs here more than you
- Die Bibliothek von Babel
- Das Drama des begabten Kindes und die wahre Suche nach dem Selbst
- Alles ist erleuchtet
- Silbermond und Kupfermünze
- Iphigenie auf Tauris
- Die Ratten
- Brave New World
- Geschichten aus dem Wiener Wald
- Die Welt und die Hose
- The Catcher in the Rye
Musik
Neben dem im Vorjahr von Radiohead veröffentlichten Album In Rainbows und Með suð í eyrum við spilum endalaust von Sigur Rós entdeckte ich die Gerne Postrock und Shoegazing für mich. Bands wie Godspeed You! Black Emperor, Explosions in the Sky, The Album Leaf, Mono, Mogwai , Lights Out Asia, 65daysofstatic, Oceansize, Yndi Halda, Múm und The American Dollar begleiten mich während des Jahres. Allen voran aber This Will Destroy You, die mich mit Songs wie A Three-Legged Workhorse, Threads, Quiet und The World Is Our _____ begeisterten.
Oper, Theater und Ausstellungen
Die Ausstellung von Dani Karavan in Berlin und die Ausstellung Black 2 Black in Hannover beeindruckten mich besonders. Ähnliches ist über die Inszenierung von Don Carlos und den Basseriden letzteres mit unerträglichen Zwölftonmusik in der Staatsoper Hannover zu sagen. Begeistert waren Ric und ich vor allem von der Inszenierung des Stücks Faust aus der Feder des Altmeisters Goethe am hiesigen Theater. Gemeinsam suchten unser Wissen über die großen Dramen und über die Bildende Kunst zu vergrößern.
Die Kinder des Monsieur Mathieu
Die Kinder des Monsieur Mathieu waren über die Feiertage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen.
Eine Gruppe schwer erziehbarer Kinder wird von dem neuen Aufseher des Internats Fond de l’Étang, dessen Leidenschaft in der Musik liegt, anders behandelt, als sie es von ihrem brutalen Direktor gewohnt sind.
Mathieu, so der Name des neuen Lehrers, gelingt es im Lauf der Zeit einen Zugang zu den Herzen der größtenteils missverstanden Jungs zu erreichen. Ein Zugang, welchen er schließlich über die Musik findet.
In Die Kinder des Monsieur Mathieu vermag der Zuschauer einen gefühlvollen Film für ruhige Abende entdecken, welcher gleichzeitig die Methoden autoritäter Erziehung in Frage stellt.
Jährlich
Hude
Weihnachten 2008 – ein besonders erinnerungswürdiges Fest, denn ich verbrachte es bei Rics Familie in Hude.
Besonders auch deshalb, weil es mein erstes familiäres Weihnachten sein sollte – inklusive Bescherung. Eine Erfahrung die ich in meiner religiös motivierten Kindheit verwehrt blieb.
Während ich am Heiligabend bei der Bescherung Ric mit einem ganz besonderem Geschenk zu überraschen versuchte, genoss ich auch das in der Luft liegende Gefühl: den Zauber eines Familienfestes.
Am ersten Weihnachtsfeiertag folgte ein Spaziergang in Bremerhaven, sah mir abends die Fotografien aus Rics Kindheitstagen an. Dabei genoss ich die Begeisterung, die in der Erzählung von Familiengeschichten lag.
Tags darauf folgte ein Ausflug in Bremen Vegesack, welcher uns über eine Fähre in einige verwinkelte Gassen führte, die entfernte Erinnerung an englische Vorstädte zu wecken vermochten. Obwohl die Sonne über ein stählernes Himmelsblau strahlte war es kalt an jenem Tag. Ich hatte meine Mütze vergessen.
Der Kälte trotzten zahlreiche Spaziergänger, die offenbar die reichhaltige Weihnachtskost zu verdauen suchten. Rics Bruder stellte mir zahlreiche Fragen, nach Antworten sehnend.
Schöne Weihnachten und der Zauber des ersten Mals – in der Tat.
Jahresrückblicksstöckchen
Anders als die beiden Jahre zuvor werde ich für den Jahresrückblick 2008 mit der Beantwortung des Jahresrückblicksstöckchen von Dodo beginnen. Ich nahm mir die Freiheit heraus, die aus meiner Sicht wenig sinnvollen Punkte herauszunehmen.
Anschließend reise ich in einer detaillierten Reflexion in gewohnter Weise durch die Jahreszeiten.
Beste CD 2008: This Will Destory You von This Will DestroyYou
Bester Film 2008: im Detailbericht
Schönste Begegnung 2008: Rics Rückkehr aus Paris
Schlimmste Begegnung 2008: Rics Untermieter und seine Brüder
Das größte Herzklopfen 2008: Rics Rückkehr aus Paris
Schönster Job 2008: Ein alternatives Ende der Kurzgeschichte Das verräterische Herz von Edgar A. Poe erfinden
Blödester Job 2008: Bierverkauf an hannöverische Fan-Hooligans
Coolste Anschaffung 2008: The Catcher In The Rye
Überflüssigste Anschaffung 2008: Ein Geschenk für einen Freund
Beste Entscheidung 2008: An dem Abitur als Ziel weiter festzuhalten
Blödeste Entscheidung 2008: Einige Kündigungen zu lange hinausgezögert zu.
Schönster Ausflug 2008: Weihnachten in Hude, Bremen mit Ric und das Hurricane Festival mit Diana
Größter Traum 2008: Zeit für das Schreiben haben.
Lieblingsbuch 2008: im Detailbericht
Schönster Moment 2008: Der Tag an dem Ric und ich beschlossen zusammen zu bleiben.
Schlimmster Moment 2008: Rics Verlust der Geldbörse in Paris.
Nahrung
Bücher zählen zu den vertrautesten Begleitern seit meiner Kindheit. Insofern ist es kaum verwunderlich, dass ich zu Weihnachten mit meinem großen Schwung Bücher beschenkt wurde.

Die Wohlgesinnten
Jonathan Littell,
übersetzt von Hainer Kober,
Berlin Verlag 2008,

In aller Vertrautheit
David Foster Wallance,
übersetzt von Ulrich Blumenbach und Marcus Ingendaay,
Rowohlt Hamburg 2008

Wer bin ich und wann ja, wie viele?
Richard David Precht,
Goldmann München 2008.

Ein perfekter Kellner,
Alain Calude Sulzer,
Surkamp Taschenbuch Verlag, 2006
Vielen Dank für diese schönen Geschenke, auf deren Lektüre ich mich schon sehr freue.
Überkommene Metaphysik
Quelle: Wikipedia
Erneut schient der gegenwärtige Papst diplomatisches Geschick in der Verteidigung seiner Weltbilder zu missen.
Bei aller Toleranz für verschiedene Glaubensansichten sind seine Äußerungen über die Geschlechterrollen in einem sehr fragwürdigen Zusammenhang erwähnt, selbst wenn sie tatsächlich ein wenig anders gemeint gewesen sein könnten.
Wahrheit ist tatsächlich ein schwieriger Begriff. Insbesondere im Zusammenhang mit Religion. Und er bleibt es – auch unter Berufung auf Jahrhunderte alte Werte.
Der Umgang mit unserem kulturellen Erbe schießt für mich nicht ein, dass der moderne Mensch sie eins zu eins fortführen muss. Frauen wie auch Menschen, die wir heute unter dem Begriffen wie queer von der reinen Hetronormativät abgrenzen, haben lange genug darunter gelitten.
Schade, dass er seiner Worte Autorität wenig bedacht auf diese Weise den Fundamentalisten ein gefundes Festfressen serviert.
Familienkreis
Dieses Jahr werde ich Weihnachten im Kreise der Familie von Ric feiern. In der Nähe von Bremen.
















