Mythopoeia 2.0

The Making Of Myth

Brave New World

mit 4 Kommentaren

Brave New World
(Fremdsprachentexte)

Pflichtlektüre mag so einiges mal besondere Anstrengung erfordern. Nicht, weil das jeweilige Werk etwa abzulehnen wäre.

Es ist die Pflicht an sich, die einen das eine oder andere Werk so manches mal ungenießbar macht. Denn all die anderen Bücher, die  zwischenzeitlich aufgeschoben und für die Zukunft aufbehalten bleiben müssen, beginnen Gespenstern gleich im Kopf zu geistern.

Brave New World, war eine solche Pflichtlektüre. Jerome David Salinger hätte ich statt dessen viel lieber gelesen. Ein Aufschub wie ein Wiedergänger in meinen Gedanken.

Huxleys Distopie ist alles andere als schwerfällig. Er zeichnet für seine damalige Zeit eine erstaunlich treffende, mögliche von Ironie durchzogene Wirklichkeit ab, gespenstisch nahezu.

Cloning, Sinnentleerung, Konsumsucht, Sex und Drogen als Surrogate von Religion und verkümmern zu bloßen Kompensationsmethoden, Gehirnwäsche, blinder Technologieglaube.

Wie weit stehen wir davon?

Einzig strittig bleibt für mich die Einführung des Mr. Savage, die nach der Einführung der Figur einige Zeit fremd, gar aufgepfropft wirkt, als hätte  Shakespeares The Tempest zwanghaft Einzug gefunden. Doch dann entspinnt Huexleys auktorialer Erzähler geschickt die Figur des John, die für mich den einzigen Ansatz zur Identifikation bot.

Schließlich lässt er jenes einzige Individuum an der Neuen Welt an ihrer Einsamkeit zerbrechen. Obwohl dieser Ausweg der Dystopie kritisch diskutiert wird,  scheint er der einzige Ausweg aus einer derart feindlichen Umwelt zu sein.

Die Sprache und die Komplexität des Werks ist für den Englisch-Unterricht am Gymnasium meiner Meinung nach eine Herausforderung, dennoch aber zu bewältigen.

Geschrieben von Tobias

29. Oktober 2008 um 16:14

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4 Antworten

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  1. ich habe brave new world auch auf englisch gelesen. mir hat er ausserordentlich gefallen. manchmal hätte ich gerne etwas soma….

    canela

    29. Oktober 2008 um 18:50

  2. Soma? :-) Im Grund genommen ist es nur eine Frage der Zeit bis Antidepressiva derart weiterentwickelt werden. Doch reale Drogen (auch Medikamente) haben nahezu immer Nebenwirkungen. Selbst Medikamente auf pflanzlicher Basis sind wohl nicht endlos konsumierbar. Mir fällt auf, dass wir die Drogenproblematik gar nicht diskutiert haben. Merkwürdig.
    Zum Thema Drogen kann ich nur den Film „Requiem For A Dream“ empfehlen.
    Ich vermute, dass jeder sich eine Situation vorsetllen könnte in denen er zu Soma greifen würde. Selbst, wenn er noch so kritischen gegenüber Drogen eingestellt ist.

    Tobias

    30. Oktober 2008 um 06:29

  3. [...] entfernt, wenn auch nicht annähernd vielschichtig an die Gesellschafsentwürfe von Dystopien wie Brave New World erinnern. Die Handlung des Films galt auch in den Augen zeitgenössischer Kritiker als eigentliche [...]

  4. [...] in in jenen unter zugehen drohen. Die unterschwellige Gesellschaftskritik, die mich an die in Brave New World beschriebenen Reservate erinnerte, bleibt dem Zuschauer durchaus stets bewusst. Das Bild, das [...]

    District 9 « Mythopoeia 2.0

    15. September 2009 um 22:41


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