From Dust Till Dawn
Eichenring, Scheeßel. Freitag, 20. Juli 2008, 1. Tag – Hurriane Festival. Ein weißer Miet-Transporter fuhr vor dem Schulgebäude vor: Diana und ihr Mitbewohner holten mich ab.
Die Tatsache, dass in der Ladefläche des Transporters ein völlig aufgestelltes Bett neben einer Luftmatratze, welche mir in den kommenden Tagen als Schlafplatz dienen sollte, Platz hatte war in der Tat auf den ersten Blick ebenso erheiternd wie erstaunlich.
Nach anregenden Gesprächen, die wir auf der Hinfahrt führten fanden wir einen außerordentlich praktischen Platz für unserer mobiles Wohnzimmer in der Nähe sanitärer Anlagen.
Der Boden des gemähten Stoppelfeldes war außerordentlich trocken. Staub sollte sich in den kommenden Tagen über beinahe alles legen. Aus dem Festival wurde ein “Dustival”, der Titty Twister legte die Gemeinsamkeiten zu dem bekannten Tarantino-Streifen nahe, so dass ich kurzerhand den Titel des Films für die Festivaltage modifizierte.
Zu einem besonderes Ärgernis von Diana und mir sollten sich die Halborks primitiv gebärdenden Nachbarn über deren Wagen im typischen Schriftzug Motörhead zu lesen war und die keine Gelegenheit außer acht ließen vorbeischlendernde junge Leute insbesondere weiblichen Geschlechts mit Kommentaren zu belästigen um sich danach gegenseitig in krächzendes Altmännergelächter einen Funken wie auch immer gearteten Triumphes zu zuspielen.
Nachdem alles aufgebaut und der Grill eingeweiht worden war, nahmen wir unsere Bändchen in Empfang und betraten das eigentliche Festivalgelände.
Im folgenden nun einige Notizen zu den Bands, die ich mir anhörte.
Monster Magnet
Monster Magnet spielten handfesten, eingängiger Rock. Diana führte die Auswirkungen von Drogenkonsum auf das unverkennbare Mondgesicht zurück, welches zu ihrem Vergnügen ein abendfüllender running gag wurde während ich mich lachend dem head banging hingab.
Umstützende Bierleichen und die buchstäbliche Besetzung gewisser aufgestellter Toiletten inmitten der rockenden Menge, so dass deren Deformierung nicht ausblieb, können allerdings nicht unmittelbar der Wirkung dieser Musik zugeschrieben werden.
NoFX
Reggae, auch wenn eher fachfremd eingespielt, werde ich niemals mögen. Auch die Scherze der Band, bei denen für irgendeinen Mr. X (tatsächlich nicht für Helga) applaudiert wurde amüsierten mich wenig.
Beatsteaks
Nein, ich werde nimmermehr ein Fan dieser Band sein, auch wenn alle Welt, Menschentraube um Menschentraube, zu ihren Konzerten strömt.
The Chemical Brothers
Die Tatsache, dass das Publikum sich entschied bei den Brothers Bauklötze zu staunen, statt auf deren eingängigen Rhythmen zu tanzen trübte die Stimmung des abschließenden Auftritts merklich.
Grüne Laserstrahlen unterstrichen die Videoprojektionen auf eine schlichte Symbolsprache passende Untermalung zu den typischen von dieser Band produzierten Klängen fand.













