Egoshooter
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Neunzehn Jahre ist Jakob alt. Und Schütze. So die ersten Filmminuten seines Videotagebuchs.
Fragmentarisch sind seine Aufzeichnungen. Egoshooter, scheinbar ohne linearen Handlungsstrang. All dies dürfte den Massen vor den Kinokassen nicht mehr als ein schlichtes Achselzucken abgewinnen.
Tatsächlich geschieht nicht sehr viel in den siebzig Filmminuten.
Am Ende: Das Leben sei ein ständiger Wandel, zeichnet der junge Mann trotzig auf.
Jakob als ein Spiegelbild einer bindungsunfähigen Generation: allein gelassen.
Voyeuristisch – diesem Blog gleich, vielleicht – beäugt er sich selbst, die anderen.
Als könne Aufzeichnung allein seinem Leben Sinn verleihen, seinem Wesen Liebe schenken.
Die traurigen Augen des Hauptdarstellers Tom Schilling spiegeln die Sehnsucht eines jungen Mannes wieder, der nach Identität – er könne sich nicht mehr an seinen Vater erinnern; lediglich an ein Foto – und Liebe – er verliebe sich ständig – hungert.
Als sein Bruder ihm gesteht, er sähe aus wie ein Boxer, als er sich wegen eines Sturzes ein Heftpflaster über die Nase klebte, erscheint dies wie ein unbewusster Hinweis in Richtung des verloren Geglaubten Ankers Ursprung – auch das oberflächliche Gespräch über Jesus erreichen den entwurzelten Jungen nicht.
Egoshooter ist eine leise, nahezu geräuschlose Dokumentation gegenwärtiger Orientierungslosigkeit -ohne moralischen Fingerzeig, ohne Scheitern. Stattdessen: Momentaufnahme einer Beobachtung.
Zwischenstation.
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