Archiv für November 2006
Für sich sein
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Seit Wochen einen Moment des vollkommenen in sich selbst Ruhens: Nach dem ich in zwei Briefen und einem langen Tagebucheintrag mir vieles von der Seele schreiben konnte. Unter flakerndem Kerzenschein nahm meine als unlesbar geltende Schrift die Form eine unaussprechbaren Mysteriums an.
Der junge, gutaussehende Kellner grinst mir zu; er sieht sexy aus. Wäre er nicht so jung. Auch Tore schäkert beinahe künstlerisch mit den Gästen. Am Tresen tauschte ich mich mit Dominik aus, der mich mit einer herzlichen Umarmung willkommen hieß und nachdrücklich Grüße an meinen Mitbewohner übermitteln ließ.
Melancholisch trieb ich in meiner Einsamkeit wie ein Wind schwankender Baum. Einsam mitten in der Weite der Flur. Nippe an einem Schwarztee, nicht ohne einen Schuss Rum an diesem Abend. Die Briefbögen aus gräulich-meliertem Papier füllten sich. Mit jedem Buchstaben wich das beengende Gefühl, eine Meute würde auf mich einschlagen.
Er habe jemanden kennegelernt, schreib er mir heute in wenigen Zeilen. Kevin hatte recht behalten. Innerlich seufze ich als ich folgende Zeilen las, da ich ausnahmsweise nicht zu solchem Glück gratulierte:
entschuldige bitte … aber das hindert ja nichts daran das wir weiter kennen lernen können, oder? jeder braucht doch freunde im leben. ich glaube du bist sicher ein guter freund!
Mir bleibt die Philantrophie.
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Happy Birthday
Redseeligkeit
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Einen Freund suche, er. Seine Worten klingen zu mir als stammen sie aus einer anderen Welt. Ein oder zwei Stunden tauschen wir uns nun aus. Die geöffnete Weinflasche stand auf dem Tisch: iebliche Wein mit leichter Korknote. Einen Freund…
Mein innerer Ratgeber, mein intuitiver Instint lesen seine Körperhaltung, Mimik. Einen Moment vor der Wahrnehmung aller Gedankenströme spüre ich, dass er nicht von mir spricht, dass er mich auf Distanz hält. Die von Wein gelockerte Zunge kann nicht umhin, ihm all meine gewonnen Erkenntnisse mitzuteilen, die der schnlanke junge Mann abnickte und bei verlegen über seinen ästethisch definierten Oberkörper streichelte. Und ich bin ohne Wirkung auf diesen Körper. Allein mein angetrunkener Intellekt scheint präsent. In seinem warm gestrichten Zimmer, auf die Dächer Hannovers blickend.
Der Wein als verräterischer Verbündeter macht mich vergessen. Das Vergessen eines überschatten Abends. Irgendwann torklete ich nach Hause seine Bitte zu gehen in meinen Gedanken.
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Gebildet
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Am Samstag beim Kunden. Es gibt Kuchen.
Mitarbeiterin an den Adminstrator gerichtet: Ich bin aus der einzigen Stadt ind der Berliner nicht Berliner sind. Wir sagen Pfannkuchen. Und keiner weiß das.
Kollege: Ja, ja ich weiss das.
Aministrator: Also ich wusste das nicht.
Mitarbeiterin an den Adminstrator gerichtet mit Blick auf meinen Kollegen: Ja! Er ist auch gebildet.
Alle lachen.
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Perhaps Vampires Is A Bit Strong, But…
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Verlorenen Zeitgefühls. Das Wochenende am Arbeitsplatz verbracht. Beim Kunden Tests durchgeführt. Nervliche Anspannung machte sich bei den Kollegen breit – verständlich.
Wie gerne wäre ich mit Linny in das Rockhaus. Gemeinsam Dämonen in extatischem Tanz austreiben. Doch zu viel mehr als einem kurzem Abend im Caldo hatte es nicht gereicht. Mehr wollte ich meiner seelenlose Hülle nicht zu muten.
Alles ist irgendwie fern. Weit weg erschienen mir selbst die beiden Stunden mit Henrik, die wir Käsekuchen teilend in einem Cafe verbrachten.
Als mich Kevin auf ein altes, gefährliches Muster hinzuweisen versuchte setze mir – Schwerstichen gleich – zu. Den Abgrund erkennend; der Zusand “in Ketten liegen” nicht länger tolerierbar.
Leben oder Leiden. Eine Frage? Ja, eine Frage. Eine Frage, die mir Angelo stellte.
Ein Leben, dass wie abgestandener, kalter Kaffee beginnt zu vergiften.
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Der Klavierspieler
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Eigenartig gerüht starrte ich auf den Monitor, hörte die Audiodateien, die er mir mit einer E-Mail mitsandte. Er liebt Gedichte.
Erstaunt stellen wir am Telefon diese Gemeinsamkeit fest. Sein Lachen, welches die Strahlen seines sonnigen Gemüt von Düsseldorf über alle Winde zu mir zu tragen schien. Als wäre keine Distanz zwischen uns.
Ich bewegte die Maus auf die zweite Datei, klickte zweimal. Er hatte sein Klarvierspiel aufgenommen. Schmunzelnd rief ich mir seine nicht zu verleugnende Begeisterung in den Sinn. Klarvierspiel liebte er. Und Gedichte, die wie eben diese sanft und in ihrer Komposition melodisch durch den Geist glitten, als seien sie selbst reine Musik.
Zwei Gedichte von Herrmann Hesse las er mir mit gedämpfter Stimme, seine Seele völlig darin eingelassen, vor. Mir schien es klang und strahte auf meines Herzens Grund.
Wie amüsierte sich seine reinländische Wesensart über meinen Akzent, welcher nur bei wenigen Worten hörbar zu werden vermag.
Von einer Begegung in der Wirlichkeit in Kürze, ein Zusammentreffen gemeinsamer Vergangenheit, bisweilen von ihm berührt.
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Meeresbrandung, umhüllt
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Abermals tief versunken in die Lektüre eines fesselnden Buches nahm ich die Umrisse eines dunklen Mantels an einer Döhrener Haltestelle nur vage wahr. Die Bahn war gerade im Begriff zu halten. Jener graue Mantel hüllte einen stattlichen Mann ein, welcher breitschultrig mir gegenüber Platz nahm.
Bemerkenswert starker Zigarettengeruch hatte sich binnen weniger Augenblicke bitter schmeckend ausgebreitet als wolle er das dunkle, männliche Charisma des Mannes atmosphärisch unterstreichen. Schweigend versuche ich erneut aus gedruckten Worten Sätze, aus den Sätzen Bilder, aus den Bildern Versenkung zu erschaffen.
Schließlich fragte er mich in klarem Deutsch, wengleich mit osteuropäisch vielleicht auch russisch klingendem Akzent, ob ich eine Monatskarte besitze. Ruhig aber instikiv bejahte ich diese Frage. Ob ich ihn mitnehmen könnte, bat er mich und sah dabei unerwartet kindlich, beinahe verzweifelt, aus.
Falls dies möglich sei, antwortete ich nun bedächtiger als zuerst und nickte ihm mit einem wohlwohlend freundlichen aber zurückhaltenden Grinsen zu.
Diese Komposition aus Stimme, Mimik und Statur hatte mich zugegenermaßen verwirrt.
Augen, in denen ich eine sanfte beruhigende Meeresbrandung an einem in diffusen Licht trist getauchten Tag zu hörend glaube, sich verlierend in der täuschend Unendlichkeit eines Ufers begleitet von fernen Ruf hoch segelnder Möwen. Sanfte Traurigkeit, der Name der Symphonie in seinen Augen.
Schüchtern verabschiedete sich als wir die Haltestelle Altenbeckener Damm erreichten.
In die Unsichterheit einer Novembernacht verschwand sein anfänglich bedrohlich wirkendes männliches Äußeres, wie sein Mantel ein Inneres zu verbergen scheint, welches ganz andere Bilder malt.
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Toter Wind
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Mit mir? Was mit mir sei, wollte er wissen.
Auch sie fragte mich dis am vergangen Sonntag in einer Kurzmitteilung.
In der Abnahmephase gab es einiges zu tun und möglicherweise muss ich dieses Wochenende arbeiten. Wäre die Arbeit fordernd und kreativ – wesentlich geringer würde ich all das empfinden. Vampirimus, morderner Vampirmius ist das Bild das in mir aufsteigt, das all die Ruhe, in welche sich Kreativität als feine, zarte Tautropfen an der Unterseite meiner Seele kondensiert, durch einem scharfen, toten Wind zerstreut.
Das Handy klingelte. Ein halbherziger Anruf: Man gäbe sich Mühe. Nicht mehr. Ich höre nur das bedrohliche Wimmern des Windes. welches sich für Sekunden zu einem betäubenden Pfeifen aufbäumt. Inmitten einer Eiswüste.
Die Empfindung ein in Ketten liegender Drache sei in mir gefangen scheint dadurch merklich verstärkt und zeichnet mit feinen, sorgsam kunstvollen Strichen Umwälzung an den Horizont.
Bedächtig sollten die Schritte sein, meint mein bester Freund. Doch er mahnt zu tun, was ich mir wünsche. Schritt für Schritt, Fuß vor Fuß. Tritt in den Hintern nennt er es – zurecht.
Schreiben würde mich für einen Augenblick befreien, wie ein tiefes Einatmen nach einem langen anstrengenden Tauchgang. Wanderung in den innersten Welten.
Noch etwas anders ist in mir, gestehe ich ihm in meinem ungemütlich vollgestellten Wohnzimmer: Ich fürchte mich. Vor Veränderung. Vor der Schlacht. Vor einem Neubegin. Vor kläglichem Scheitern.
Und eigentlich – ja, eigentlich – vor mir selbst. Vor dem, der in Kletten liegt, in mir.
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Hex FF
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HSV oder Bayern? Nix Fußball.
Schwarzenegger oder Van Damme? Ich finde den Terminaor zwar besser aber deshalb mich für ihn entscheiden?
Rot- oder Weißwein? * Viel zu selten, dann aber rot. Und trocken bitte. Nicht süß. Bäh.
Mallorca oder Ibiza?* In dem Falle Ibiza, aber ich bin eher der Abentheurer wenn ich irgenwann mal in den Urlaub fahren sollte
Berlin oder Bonn? Was ist das für ne Frage. Berlin!
Auto oder Motorrad? * Fahrrad
Pizza oder Pasta? Pizza
Fernsehen oder Radio? Fernsehen. Die Moderatoren sind im Radio nur noch nerviger.
PC oder Apple? Apple find eich zwar cool, muss aber im Moment mit dem PC arbeiten.
DVD oder VHS? DVD
Tag oder Nacht? Nacht
Sekt oder Selters? Sekt
Internet Explorer oder Mozilla? Mozilla Firefox. Aus puren Idealismus.
Brot oder Brötchen? Brötchen. Mit Krönern
schwarz oder weiß? Schwarz. Gerne auch beim Schach.
CD oder Vinyl? IPod!
Kaffee oder Tee? Teeee.
Füller oder Kuli? Füller, weil es dann ein bischen leserlicher ist.
Schoki oder Chips? Schoki
Dusche oder Wanne? Ich dusche lieber, weil effektiver. Gerne auch zu zweit lol
Turn- oder Lackschuh? Turnschuh. So tuntig sind wir dann wieder nicht lach
Winter oder Sommer? Eindeutig Sommer.
Steak oder Würstchen? Würstchen. Aber nur Bockwürstchen
Blut oder Fleisch? Sind wir hier bei Gayromeo?
ARD oder ZDF? Arte!
Spiegel oder Focus? Ich meide beide
Nokia oder Motorola? Nokia. Sorry aber das lässt sich einfach bedienen.
Ski oder Strand? Strand
Brief oder eMail? Breife. Sogar mit echtem Siegel für Menschen die mir am Herzen liegen.
Tatort oder Polizeiruf? Bella Block
Anruf oder SMS? Anruf. Ich bin zu ungeduligig für das Tippen und hasse T9.
James Bond oder Borat? Mat Deamon.
Hund oder Katze? Beides.
GZSZ oder ViB? Wegen der schlechten Drehbücher hab ich das schon lange aufgegeben.
Familie oder Freunde? Freunde. Hat sich als ehrlicher erwiesen.
BMW oder Mercedes? Fahrad. Und wenn es ein Auto wäre dann ein Mini, aber das ist dann BWM, oder?
FAZ oder SZ? Nur das Feuilleton der FAZ ist erträglich. Die Kommentoren sind indokriniert. Lese lieber die Zeit.
Simpsons oder Spongebob? Simpsons!
Heidi oder Naomi? Bin ich schwul oder was?
Micky oder Donald? Ich bin eher selber wie Donald, mag aber Micky (die geile Sau).
kicker oder SportBild? Nein danke.
YouTube oder myVideo? YouTube
Sean oder Roger? Sean
GMX oder WEB? Google Mail!
Weiter gehts mit Dodo, Linny und Andrew. Danke, Anke.
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Mothafuckas
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Eine krächzige Omastimme raunte durch eine Bar. Die schräge Alte bestellte ein Bier, welches es in dem Laden nicht serviert wird. Der notgeile Kellner hält ihr Begleiterin für deren Eklelin. Die rotzfreche Göre ist alles ander als süß, hätte dem “Arschgesicht” beinnahe ins Gesicht gespuckt und träumt davon allen anwesenden Spießern Schmerzen zuzufügen.
Ihr afroamerikanischer Freund wird wenige Minunten später einen Tisch voller kleinbügerlicher Durchschnittskerlen aufmischen, deren Leben nicht weniger verpuscht zu sein scheint als das aller anderen auch. Er hasst humanoide Durchschnittlichkeit.
Ein Emigrant aus dem Irak saß an ihrem Tisch, amererikanischer aus als all die Anderen. Die möderische Frage, die sich alle (seine Frau wäre sogar froh darüber) stellen: Ist er schwul?
Die neunzehnjährige Schönheit am Tisch trug Gothic-Klamoten und scheint vorzugeben im Satanistin zu sein und dabei irgendwie nuttig aussieht. Wie ein Magnet zieht sie die Blicke aller maskulinen Heterosexuellen auf sich. Blicke, welche deren horizontalen Gedanken (“Die Alte will ich flachlegen”) sich über ihr ausbreiten wie eine alles erstickende Decke. Säße sie nicht im Rollstuhl, wäre es noch schlimmer, dachte sie. Keusch wie eine Klosterfrau. Eine nuttig gekleidte Klosterfrau.
Goebels Freaks ist die Gesichte einer Bande Außenseiter, die eine Rockband gründen wollen. Grotesk zuweilen hanebüchen humoristisch, am Ende sehr nachdenklich. Goebels kleiner Reigen über den Kampf einer kleinen Gruppe gegen die Durchschnittlichkeit des Kollektives ist ein in Pop-Literaturstil gehaltendes kleines Meisterwerk – für eine Schreibübung. Freaks als Idealisten.
Selbstverständlich geht Vincent tiefer (und weiter). Doch erkennt man bereits in den Freaks, bereits die Ansätze für seine Medien und Kulturkritik, die er weder oberlehrerhaft hochkulturell sondern auf Auge-in-Auge Niveau ausfechtet, als würde ein Philosphieprofessor eine Kritik der modernen Infotainmentkutlur in der BILD veröffentlichen müssen.
Am Ende des Buches fühle ich mich ein bischen wie Opal:
Ich will es krachen lassen. Und ich will rocken, verdammt.
Auffällig allerdings, wie sehr sich Herr Goebel mit der Frage der Homosexualität beschäftigt. Wer nun schwul oder lebisch ist, scheint viele Figuren des Buches zu beschäftigen. Und ich frage mich ob das nun wirklich ein derartiges Thema im Leben des hetrosexuellen Homo sapiens ist oder ob es den immer melancholischen Goebel mehr als gewöhnlich beschäftigt…
Weblinks
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