Wellendynamik
Die eigene Hörgeschichte bei last.fm lässt sich mit dem Werkzeug Extra Stats auf ansprechende Weise in Form einer Welle visualisieren.

Als roter Faden zieht sich die Alternative-Rock-Band Radiohead durch mein Hörverhalten, welches – zumindest last.fm sofern darüber eifrig Informationen sammeln durfte – zwei größere und zwei kleinere Unterbrechungen aufweißt.
Der Wandel in meinem Hörverhalten fand offenbar zwischen den Jahren 2008 und 2009 statt und bildet dabei folgendes Wellenmuster ab.

Anschließend ist Sigur Rós neben Radiohead im Zentrum der Welle, umgeben von zahlreichen Postrock-Bands.
Fünfundsechzig
Die letzte Klausurenphase vor dem Abitur hat begonnen.
Morgen werde ich, obgleich ziemlich erkältet – vielen Twitterer ergeht es übrigens nicht anders – eine weitere Klausur schreiben.
Die gegenwärtige Klausurenphase lässt mich dieser Tage an zwei Fronten kämpfen, so dass die eigentliche Abiturvorbereitung in dieser Woche beinahe zum Stillstand kam.
Einzig für das Fach Biologie habe ich erneut mit der Zellatmung auseinander gesetzt, welche die Glykolyse, den Citratzyklus und die Atmungskette (Elektronentransportkette) beinhaltet.
Durchaus nachvollziehbar: Die Initiative von Harold Baum, denn schließlich besteht die Schwierigkeit darin, sich diesen Stoffwechselweg korrekt einzuprägen:
»Harold Baum hat ein Lehrbuch[1] herausgebracht, in dem biochemische Prozesse durch bekannte Lieder vertont wurden. Dies soll es Studenten erleichtern, sich besser an komplizierte Sachverhalte bei Stoffwechselwegen zu erinnern. Auch die Prozesse im Citratzyklus wurden im Lied „Waltz Round The Cycle“ vertont.«
— Wikipedia
Ferner bin ich zur ersten Pflichtlektüre zurückgekehrt, die ich mir im Laufe der Oberstufe des Kollegs aneignen durfte: Brave New World.
Das Aleph
Unvermeidlich: Erneuter Abstieg in die Labyrinthe des argentinischer Meister magischen Realismus.
In gewisser Weise war diese Lesereise in Borges’ Erzählungen aus dem Jahren 1944-1952, die Sammlung ist nach der letzten Erzählung Das Aleph benannt, Wiederbegegnungen.
Die Kurzgeschichten Das Haus des Asteron, als auch Ibn Hakkan al-Bokahri, gestorben in seinem Labyrinth erinnerten mich an Danielewskis Das Haus, House of Leaves, welches mich vor einiger Zeit gelesen habe und das nicht spurlos an mir vorüber gegangen ist.
Die Erzählung Der Zahir, womöglich Inspiration für Paulo Coelhos gleichnamiges Werk, entfaltete eine beklemmende Atmosphäre.
Während mich Die Inschrift des Gottes entfernt eine Erzählung von Edgar Allan Poe in meinen Geist zurückkehren lassen hatte, fesselten mich Borges’ Gedankenspiele um die Unendlichkeit, die er in Der Unsterbliche und Das Aleph zu durchdenken beginnt.
Die beiden Übersetzer Karl August Horst und Gisbert Haefs ergänzen ihre Arbeit durch eine lesenswerte Editorische Notiz und hilfreiche Anmerkungen.
evelyn lee
Die US-amerikanische Filmemacherin Evelyn Lee hat mit ihrem Animationsfilm kanizsa hill im vergangen Jahre eine beachtliche Zahl von Preisen gewonnen.
Kopflos irrt Lees Protagonist durch die Welt, und findet dabei eine surrealistische Bildsprache, die mich an die frühen Kurzfilme von David Lynch erinnert (The Alphabeth und Six Men Getting Sick).
Als erwähnenswert empfinde ich die Auflösung der tragischen Situation, die Lee in ihrer Synapsis erwähnt (Kursiv von mir):
»SYNOPSIS: A man is shot and can only survive as a head and a body who exist independently from one another. The forgetful body desperately collects souvenirs, while the head is lost in a series of illusions. Actions contradict thoughts as the two take divergent paths. It is only through destruction that the two find a means for reunification.«
KANIZSA HILL on Vimeo via Weißes Rauschen on soup.io
Fiktionen
Der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges schuf in seinen Erzählungen magische, zyklische Labyrinthe.
In jene visionären, alternativen Realitäten Eingang zu finden einzutauchen, deren mystische Gewandheit mich stets gefangen zu nehmen wissen.
Der eigenartige Stil und meisterhafter Umgang in der hohen Kunst des Erzählen.
Wenngleich sich einige Erzählungen, die sich in Fiktionen1 wiederfinden, mit der Edition des Reklamheftes überschneiden, kam ich nicht umhin diese alle noch einmal zu lesen, als müsste die ihnen innewohnende Magie einatmen, die jede Seite in schwingen lässt.
Neben der viel besagten Erzählung Bibliothek von Babel hielt mich vor allem Der Garten, der Pfade, die sich verzweigen inne, als wolle dieser Garten selbst Meter für Meter abgeschritten werden.
Die Untersuchung von Herbert Quain, die Lotterie in Babylon, Der Tod und der Kompaß oder Das unerbitterliche Gedächtnis sollten an dieser Stelle keineswegs unerwähnt bleiben.
Mein Wunsch: Tiefer hinabsteigen in diese mystische, philosophischen Symbolik; enträtseln.
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Quelle: http://www.zeno.org
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»Borges beobachtet mithin die Ablehnung des schönen Scheines einer banalen Wirklichkeit zugunsten einer neuen, geistigen Realität, die in umfassender Weise die Verbindung zum Weltganzen wieder herstellen will, was letztlich nur in einer unmittelbaren und alles umfassenden visionären Kunst geschehen kann, die sich zur Erreichung ihres gesetzten Zieles einer Ausdruckskunst bedienen muss, die ein ekstatisch erlebtes Inneres zur Darstellung bringen kann.«
— Ernst E. Behle, Jorge Luis Borges: Eine Einführung in sein Leben und Werk, S. 50
1 von Karl August Horst, Gisbert Haefs, Wolfgang Luchting in zeitgemäßes Deutsch übertragen)
„Gefangen im Herzen der Demokratie“
Der ICE nach Berlin durchschnitt eisige Kälte und war daher von der Reisegruppe sehnsüchtig erwartet worden. Wir, die Auserwählten des Politikkurses, tanzten und schlotterten am Bahnsteig, zitterten der Ankunft der leicht verspäteten Eisenbahn entgegen.
Der kurzweiligen Fahrt folgte nach der Ankunft in der Hauptstadt die Erkenntnis, dass die Temperaturen an diesem Ort noch geringer sein mussten.
Wenngleich wir den Unterschied in all unseren Glieder spürten, hinderte es die Gruppe nicht an einer kleineren Oddysee durch ein an ein Gewerbegebiet erinnerndes Viertel, welches merkwürdigerweise in der Nähe unseres Hostels liegen sollte und auf dieses Weise von einer Truppe schlotternder Hannoveraner passiert werden sollte.
Die Rezeption des Hostel, nahe Schwartzkopffstraße, gab alsdann bekannt, dass eine Inbesitznahme der Zimmer erst einige Zeit später erfolgen könne.
Unseres Gepäcks entledigt begaben wir uns kurzerhand früher als geplant in Richtung des Jüdisches Museums und suchten in einer kleiner Seitenstraße in dessen Nähe nach einem günstigen Möglichkeit Mittag zu machen.
Den Nachmittag verbrachten wir nahezu ausschließlich im Museum, von dessen vielfältigen Exponaten und Installationen überwältigt. Insbesondere die Eindrücke, welche der Anblick der Rauminstallationen »voided void«(Holocaust-Turm) im Liebeskindbau und »Schalechet« (»Gefallenes Laub«) unweigerlich hinterließen, klangen noch lange Zeit nach.
Den Abend verbrachten wir schließlich in dem Theaterstück Furcht und Elend des Dritten Reiches von Berthold Brecht, hervorragend aufgeführt vom Berliner Ensemble.
Dem kulturellen Erbe schloss sich eine weitere Odyssee, die uns in die Kälte der Nacht führte nach “Ostkreuz” führte; eine Unternehmung die wir eigentlich auf Empfehlung auf uns genommen hatten.
Schließlich beendete der Nachtbus unsere illustere Irrfahrt, so dass einzig und allein der Umgang mit der defekten Heizung des Hostels als die einzig verbleibende Herkulesaufgabe erschien.
*
Die gleichermaßen von Kälte und einem Staatsbesuch eingeschlossenen Bewegungsfreiheit innerhalb Berlins Mitte stellte unser aller vormittägliche Unternehmung Kopf und doch fanden wir uns wie verabredet vor dem Paul-Löbe-Haus ein.
Etliche Sicherheitskontrollen später wurden wir von einer stets schweigenden Eskorte in die Kantine, von dort zu den Besucherrängen des Plenarsaals geführt.
Nachdem eine Anhörung zu einer prekären Entscheidung der Regierung des Kindergelds betreffend statt gefunden hatte, fand sich nahezu das gesamte Kabinett ein, Minister und Minsterinnen.
Auch die Reihen der Opposition füllten immer mehr populäre Gesichter. Die Bundeskanzlerin hatte sich farblich mit dem Außenminister abgestimmt, so dass beide teilweise violett gekleidet erschienen, offenbar um Einigkeit in Form einer Theatergeste vorzuführen. In gewisser Weise unterschied sich der Theaterbesuch des vorangegangen Abends zuweilen nur in der Qualität der Schauspielkunst.
Frau Bundeskanzlerin verlas ihre Erklärung Afghanistan in der von ihr bekannten stromlinienförmigen Vortragsweise. Uns wurde noch die Gelegenheit die Stellungsnahme der Oppositionspartei SPD zu einem Großteil anzuhören, welche den Plenarsaals zeitweise aufleben ließ.
Den abschließende Besuch der gläsernen Kuppel — über den Dächern Berlins — folgte ein knappes Gespräch mit der einstigen Bildungsministerin im Paul-Löbe-Haus, die über ihre politische Position zur Afghanistan-Politik und der gegenwärtigen Bildungspolitik referierte.
Eine schotternde Reisegruppe verbrachte alsdann eine Viertelstunde in der Hoffnung auf Ankunft des IC Richtung Heimat.
Memento Mori: J. D. Salinger
Vorgestern verstarb Jerome David Salinger, dessen Werk The Catcher in the Rye viel Beachtung geschenkt wurde, im Alter von 91 Jahren.
hoch21 legt Salingers Stärke auf seinem Blog Alternativen in äußerst treffenden Gedanken dar.
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakamis berühmter surrealistischer Stil — Kafka und Dostojewski seien angeblich des Autors Vorbilder — begegnete mir zuallerst in diesem Monat und war in Form der Kurzgeschichtensammlung Blinde Weide, schlafende Frau ein Geburtstagsgeschenk.
Der Band umfasst fünfundzwanzig Kurzgeschichten.
Murakami widmet sich dabei sehr häufig den Themen des Verlustes und des Vergessens.
In der Kurzgeschichte Blinde Weide, schlafende Frau begegnet der Protagonist seinem Cousin, den er in ein Krankhaus begleitet. Dessen Cousin leidet an einem nicht behandelbaren verminderten Hörleistung. Die Erfahrung führt den Protagonisten im Geiste zurück in seine Teenagerzeit, als ein befreundetes Mädchen während ihres Krankenhausaufenthalts die Gesichte blinder Weiden und schlafender Frauen erzählt.
Birthday Girl ist eine mysteriöse Geschichte über die Wünsche einer jungen Kellnerin, die eines Abends eine merkwürdige Begengung mit ihrem Vorgesetzten hat, den sie zuvor nie gesehen hatte.
Ein modernes Volksmärchen für meine Generation — aus der Vorgeschichte des Spätkapitalismus ist eine traurige Geschichte über den Verlust der ersten, unschuldigen gewissermaßen unberührten Liebe.
Der Zufallsreisende: — hätte auch ein meine Geschichte sein können. Menschenfressende Katzen hat mir persönlich am besten gefallen.
Schließlich setzten sich Hanalei Bay und Der Affe von Shinagawa mit dem Verlust eines Kindes und dem Verlust des Teils der eigenen Identität auseinander.
Murakamis Figuren sind von einer seltsamen Lebendigkeit geprägt, welche dem Leser eine gewisse Gegenwärtigkeit in den Geschichten verleiht. Die surrealen Elemente sind nicht selten komisch, bleiben stets in einem ausgewogenen Verhältnis mit den Geschichten verwoben, verlieren nicht ihre Zugänglichkeit.
Der Autor selbst erwähnt, dass ihm seine eigenen Kurzgeschichten häufig wie die Blaupause eines Romans erscheinen, ihn in einem solchen Falle gleichsam rufen und von in einen Roman überführt werden wollen.
Interessant dürfte der folgende Hinweis sein:
»“Krebse”, “”Die Geschichten mit der armen Tante”, “Das Jadgmesser” und “Blinde Weide, schlafende Frau” wurden vor der Übersetzung stark überarbeitet; die hier vorliegenden Fassungen weichen somit deutlich von den ersten, in Japan erschienen ab.«
Ursula Gräfle hat die Geschichten direkt aus dem Japanischen übersetzt, findet dabei zu einer angenehm lesbaren Übertragung.
Gesichtsstraffung des Hannover-Kollegs
Das Hannover-Kolleg hat nach langer Zeit der eigenen Website eine Gesichtsstraffung verpasst.
Bisher:

Gegenwärtig:
Die Unterschiede sind ohne weiteres ersichtlich, wenn die neue Website doch etwas nüchtern, das Aussehen einer Zahnarztpraxis imitiert.
Offen ist allerdings, wie gut sich die neue Seite in der Findung von Terminen und Stundenplanänderungen macht.


Offiziell; die Sonne scheint.











